S√ľdLink- Stromtrasse durch Unterfranken

Donnerstag, 19. M√§rz 2015 |  Autor:

Pressemitteilung:

IMG_9638Der Bezirksverband der Partei f√ľr Franken spricht sich entschieden gegen den Verlauf der Stromtrasse ‚ÄěSuedLink‚Äú von Nord- nach S√ľddeutschland √ľber Unterfranken aus. Die H√∂chstspannungsleitung w√ľrde das bereits durch zahlreiche Windkraftanlagen stark beanspruchte Landschaftsbild gerade in touristisch und √∂kologisch relevanten Teilr√§umen der Region zus√§tzlich belasten. Grunds√§tzlich l√§sst sich hierbei auch eine regionale Schieflage bei der Umsetzung der Energiewende feststellen.

Eine kosteng√ľnstige und konfliktfreie Energiewende gibt es nicht, das zeigen nicht nur die derzeitigen Probleme und Proteste insbesondere im Zusammenhang mit den geplanten Gleichstromtrassen, welche die im Norden Deutschlands produzierte Energie in den S√ľden bringen sollen.

Die CSU scheint den Begriff Energiewende dabei sehr w√∂rtlich zu nehmen. Derzeit erweckt es den Eindruck, die bayerische Staatsregierung st√ľnde den ‚ÄěMonstertrassen‚Äú ablehnend gegen√ľber, doch letztendlich haben Seehofer und seine CSU dem Netzausbau und den Stromtrassen selbst zugestimmt.
Gleichzeitig ist ein weiterer Ausbau der Windkraft durch die 10 H Regelung besonders im mit Weilern und Kleinstd√∂rfern stark zersiedelten l√§ndlichen S√ľden des Freistaates undenkbar geworden ‚Äď in den dortigen Verdichtungsr√§umen sowieso. Noch dazu wird der Alpen- und Voralpenraum von der bayerischen Raumplanung mit Verweis auf den Schutz des dortigen Landschaftsbildes g√§nzlich aus der Windnutzung herausgenommen.

F√ľr die ebenfalls landschaftlich sensiblen Gebiete Unterfrankens ‚Äď insbesondere der Rh√∂n ‚Äď wurde Gleiches abgelehnt! Obwohl die Relationen hier ganz andere sind.
Es ist ein großer Unterschied, ob eine 200 m hohe Anlage in einer Region mit Reliefunterschieden von 1000 m oder von 500 m steht.
Hoch aufragende technische Anlagen wirken auf das Landschaftsbild im Alpenraum letztendlich weniger stark ein als es in der Rhön und mainfränkischer Platte der Fall ist.

Ein Blick auf den bayerischen Energieatlas best√§tigt, was eine Fahrt durch die unterfr√§nkischen Lande vermuten l√§sst ‚Äď Windkraftanlagen finden sich in Bayern haupts√§chlich in Franken, w√§hrend in Ober- und Niederbayern bislang kaum eine Anlage errichtet ist!

Das Argument, in S√ľdbayern sei die Ergiebigkeit geringer, hinkt, denn mit der gestiegenen H√∂he moderner Anlagen sind auch WKAs an windschw√§cheren Standorten m√∂glich.
Die Speicherung des √ľbersch√ľssigen Stroms aus den nicht grundlastf√§higen Wind- und Solarkraftwerken ist derzeit nur in Pumpspeicherkraftwerken m√∂glich. Die meisten technisch sinnvollen Standorte befinden sich im Bayerischen Wald und den Alpen, doch auch hier z√∂gert die Staatsregierung. Kaum verwunderlich, denn hier w√§re nun auch in S√ľdbayern mit gr√∂√üeren Belastungen und Einschnitten in das Landschaftsbild zu rechnen.

Es hat bei genauem Hinsehen den unverkennbaren Anschein, dass insbesondere der bayerische S√ľden und damit besonders das CSU-Stammland Oberbayern von gr√∂√üeren Beeintr√§chtigungen der Energiewende bewahrt werden sollen!

Gerade hier sitzen jedoch, auch hervorgerufen durch das politisch gest√ľtzte √ľberm√§√üige Wirtschafts- und Bev√∂lkerungswachstum, die meisten Endverbraucher. Die CSU-Politik scheint darauf abzuzielen, diese bereits seit Jahrzehnten gepushte Region auch bei der Energiewende zu beg√ľnstigen. Dass √∂kologisch sauberer Strom jedoch nicht einfach aus der Steckdose kommt, will man in Oberbayern scheinbar nur zu gern verdr√§ngen.

Die Last einer prinzipiell zu begr√ľ√üenden Energiewende muss auf alle Schultern m√∂glichst gleich verteilt werden. Es darf nicht sein, dass massive regionale Diskrepanzen bei der Lastenverteilung entstehen und akzeptiert werden. Um gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern herzustellen, wie das Landesentwicklungsgesetz zwingend vorsieht, muss jede Region gleicherma√üen ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Gleichzeitig muss die Staatsregierung alle Anstrengungen unternehmen, um die derzeit in Wirtschaft und Bev√∂lkerungsentwicklung abgeh√§ngten Regionen nicht weiter zu schw√§chen.
Und das bedeutet auch, das Entwicklungspotential Mainfrankens nicht durch Monstertrassen zu durchkreuzen.

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Thema: Pressemitteilung

Vielen Dank für Ihre zahlreichen Zuschriften und Ihr damit zum Ausdruck gebrachtes Interesse an einem gleichberechtigten Franken in Bayern.

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